Aktuelles
WfB-Fraktionssitzungen
jeweils im alten Rathaus, 1. Obergeschoss, Raum 04. Der Eingang befindet sich vorn rechts am Gebäude (alte Holztür).
17. Oktober 2011
31. Oktober 2011
14. November 2011
28. November 2011
12. Dezember 2011
Gäste sind nach Voranmeldung willkommen
Ausschusssitzungen: wenn nicht anders angegeben im Ratssaal, Rathausstraße 24-26, 18.30 Uhr:
24. Oktober: Wirtschaft und Stadtmarketing
26. Oktober: Finanzausschuss
27. Oktober: Stadtplanung, Grünordnung und Verkehr
2. November: Stadtvertretung (19 Uhr, Stadthaus)
3. November: Bau und Umwelt
8. November: Rad-AG (Raum siehe Presseankündigung)
9. November: Projektausschuss Energiekonzept
10. November: Soziales, Senioren, Kultur und Erwachsenenbildung
16. November: Schule, Jugend, Sport
21. November: Unterausschuss für Bauangelegenheiten
23. November: Finanzausschuss
24. November: Stadtplanung, Grünordnung und Verkehr
30. November: Hauptausschuss
1. Dezember: Bau und Umwelt
9. Dezember: Stadtvertretung
14. Dezember: Schule, Jugend, Sport
19. Dezember: Unterausschuss für Bauangelegenheiten
Artikel aus der Bargteheider Presse
Baumpflanzungen und Pflegeprämie
Eigentlich sind sich ja alle einig, dass für die Natur etwas getan werden muss – zumindest für den Regenwald. Konkret und vor Ort, beim eigenen Grundstück in Bargteheide, sieht die Sache dann häufig anders aus. Da wirft ein Baum Schatten auf die Veranda, steht einer geplanten Garage oder einem Neubau im Weg oder verursacht einfach zu viel Arbeit durch das viele Laub im Herbst. Es ist kein Wunder, das jedes Jahr viel mehr Bäume in Bargteheide gefällt als nachgepflanzt werden.
Seit der Abschaffung der Baumschutzsatzung durch die CDU im Jahr 2005 gibt es auch rechtlich kaum noch Möglichkeiten, eine Baumfällung zu verhindern. Bargteheide hat längst nicht alle erhaltenswerten Bäume in Bebauungsplänen gesichert. Das war früher einfach nicht üblich. Aber gerade in den alten Stadtteilen stehen noch große Bäume, die viel Sauerstoff erzeugen und Lebensraum für Kleintiere bieten. Dass Bäume für die Stadtbewohner auch emotional wichtig sind, ist bekannt. Bäume und Menschen sind Teile derselben Natur. Die Bäume benötigen uns zwar nicht, aber wir brauchen sie.
Vor diesem Hintergrund haben die WfB, der BUND, der Nabu und die Grünen eine Allianz gebildet mit dem Ziel, in Bargteheide mehr für den Erhalt und die Neuanpflanzung von Bäumen zu tun. Wir werden folgendes beantragen:
Zur Erhaltung des alten Baumbestandes bezuschusst die Stadt Bargteheide die fachgerechte Pflege alter Bäume auf den Grundstücken privater GrundstücksbesitzerInnen. Dieser Zuschuss muss von den GrundstücksbesitzerInnen beantragt und von der Verwaltung geprüft und bewilligt werden.
Die Stadt Bargteheide weist zur Anpflanzung einzelner Bäume oder von Waldanpflanzungen geeignete Flächen aus.
Gerade der letzte Teil des Antrages ist schwer umzusetzen, denn die Stadt verfügt zurzeit nicht über Grundstücke im Stadtgebiet, die für Baumpflanzungen vorgesehen sind. Es müssten Flächen gekauft werden, die dann natürlich nicht mehr als Bauland zur Verfügung stünden. Da liegt das Problem. Bauland ist Bargeld, auf das niemand verzichten will. Im Grunde steht stets das Gewinnstreben dem Naturschutz entgegen. Ohne klare Regelungen, zum Beispiel in Form einer Baumschutzsatzung und explizit gewidmeter Flächen für Neupflanzungen, hat die Natur deshalb keine Chance.
Mit der finanziellen Förderung der Baumpflege möchten wir Grundeigentümer unterstützen, die etwas für den Erhalt ihrer alten Bäume tun wollen.
Wir hoffen, dass wir mit dieser Initiative schon jetzt Mehrheiten in den politischen Gremien bekommen werden. Der Sicherung der vorhandenen Bäume und die Schaffung von Flächen für Neuanpflanzungen können nicht auf die lange Bank geschoben werden. Baumfällungen sind nun mal unwiderruflich.
Norbert Muras, 12. 10. 2011
Anfahren am Berg
Das sieht schon komisch aus. Dort, wo die im Bau befindliche Westumgehung an die Alte Landstraße anschließt, ragt die neue Fahrbahn weit über das bisherige Niveau der L225 (früher B434) hinaus. Ein Schildbürgerstreich? Verplant? Nein, das muss alles so sein, hört man. Dort liegt eine Gas-Hochdruckleitung. Und das Höhenniveau der untergeordneten Landesstraße muss der neuen Ortsumgehung angepasst werden. Das sind alles "Sachzwänge", alle Steigungs- und Neigungswerte liegen im zulässigen Bereich.
Das ist bestimmt richtig, aber in der Praxis steht man dann im Winter auf einer möglicherweise spiegelglatten Straße am Berg vor der Kreuzung und hat Probleme beim Anfahren. Die neu angelegte künstliche Steigung aus Richtung Ammersbek ist, für hiesige Flachlandverhältnisse, doch ganz erheblich. Und der Verkehrslärm von der höher liegenden Kreuzung hat nun freie Bahn zu den anliegenden Häusern. Der Stadt Bargteheide sind hier die Hände gebunden. Zuständig für beide Straßen ist das Landesamt. Die Kreuzung liegt außerorts. Nur die Betroffenen, das sind in erster Linie wir Bargteheider. Wenn man bedenkt, dass die Westumgehung auf der ursprünglich schon 2002 beschlossenen ortsnäheren Trasse längst hätte fertig sein können, ohne künstlichen Berg, ist das Ganze schon etwas ärgerlich. Zu begrüßen ist aber, dass der erste Teil der Umgehungsstraße nun endlich bald fertig sein wird.
Schön wäre es auch, wenn es für den Parkplatz am Kreisverkehr kurzfristig eine Entlastung gäbe. Dort befinden sich immer noch zahlreiche Dauerparkplätze, auf denen ganztägig die selben Autos stehen und damit Parkplätze für Kunden der Geschäfte in der Bahnhofs- und Rathausstraße blockieren. Es wäre für diese Dauerparker sicher zumutbar, auf die Anlage an den Stücken auszuweichen. Dann hätte man sofort und ohne Kosten etwa so viele Kurzzeitparkplätze zusätzlich gewonnen, wie auf der geplanten Parkpalette für 730.000 Euro entstehen sollen. Dieses Problem kann aber nur gelöst werden, wenn die Besitzer der jeweiligen Parkflächen dort eine eine Parkzeitbegrenzung einführen. Ohne deren Hilfe ist hier keine Veränderung möglich. Die Planung der Parkpalette zieht sich aus verschiedenen Gründen hin. Das kann noch dauern, eventuell auch scheitern. Eine neue Parkzeitenregelung wäre hingegen sehr schnell umsetzbar, und sowohl die Kunden als auch die Geschäftsleute hätten ein Problem weniger.Norbert Muras
Unterste Schublade
Muss man sich das als Bargteheider Bürger und ehrenamtlicher Stadtvertreter wirklich gefallen lassen? Da zieht Heinz Wacker, Grundstücksbesitzer an den Stücken, verbal alle Register, weil der Planungsausschuss seinen Bauantrag abgelehnt hat. Ich hatte einige Hintergründe dieser Entscheidung in einem Politikerwort erläutert, natürlich ohne Namen zu nennen. Die Beschimpfung durch Herrn Wacker findet aber nicht etwa privat oder sachlich statt, sondern öffentlich in der Presse, mit persönlichen Beleidigungen und groben Unwahrheiten.
Auch wenn Politiker oft als Projektionsfläche für das Abladen von Frust herhalten müssen, ist doch ein wichtiger Unterschied zu machen zwischen den hauptberuflichen Westerwelles und Guttenbergs in Berlin einerseits, und ehrenamtlichen Lokalpolitikern in der Gemeinde andererseits. Hier vor Ort kennt man sich persönlich, hier hat man sein soziales Umfeld. Da haben öffentliche Schmähbriefe dieser Art keinen Platz, auch dann nicht, wenn es um viel Geld geht. Das ist auch eine Frage des persönlichen Anstandes, der „guten Kinderstube“ und des Umganges der Bürger miteinander. Wir Stadtvertreter dürfen auch nicht erpressbar werden durch Menschen, die uns öffentlich übel nachreden, wenn wir aus sachlichen Überlegungen heraus ihre Anträge ablehnen.
WfB und SPD haben dem Bebauungsplan für das Wacker’sche Grundstück nicht zugestimmt, weil die große vorgesehene Baumasse mit dem vorhandenen Baumbestand und der Krähenkolonie nicht in Einklang gebracht werden konnte. Die Planung sah vor, zusätzlich zu den zahlreichen in den vergangenen Jahren schon gefällten Bäumen noch etwa zehn weitere Bäume zu roden, darunter auch mehrere mit Krähennestern. Die Baufelder sollten gegenüber der vorherigen Planversion erheblich erweitert werden, ohne dass konkret gesagt wurde, warum das nötig sei. Bei so vielen Unklarheiten mussten wir das Vorhaben ablehnen.
Auch die Verwaltung hat vor weiteren Vergrämungsmaßnahmen bezüglich der Krähen gewarnt. Es hatten sich, jeweils kurz nach den Kronenkürzungen am Utspann und der Schreckschussaktion am Bahnhof, neue Kolonien an anderen Stellen gebildet. Das sollte nicht wiederholt werden.
Den Krähen kann das alles egal sein. Sie leben, nach Aussage von Herrn von Marum, schon seit 500 Jahren im Ort und werden das auch weiterhin tun. Es fragt sich nur wo.Norbert Muras
Ursache eines Lärms
Eigentlich war alles in Ordnung. Die Saatkrähen gegenüber dem Bahnhofsgelände bildeten seit Menschengedenken eine stabile Kolonie. Sie waren laut, aber stationär – bis vor einigen Jahren die Fällaktionen auf dem dicht bewaldeten Grundstück an der Bahn begannen. Das Areal, auf dem bisher nur zwei Häuser stehen, sollte für eine dichtere Bebauung vorbereitet werden. Inzwischen sind dort zahlreiche Bäume gefällt worden – und in mehreren Bargteheider Wohngebieten gibt es Lärm durch Krähenkolonien. Es fing mit den hohen Bäumen am Bahnsteig an und setzte sich am Utspann fort, bis die Saatkrähen auch dort für kurze Zeit vergrämt wurden. Heute sind zusätzlich auch in mehreren Wohngebieten kleine Brutgruppen zu finden. Die Anlieger sind genervt.
Was man am Bargteheider Beispiel lernen kann, ist dies: Man darf Saatkrähen nicht vergrämen, weil das Problem dann größer wird, nicht kleiner. Wenn man die relativ klugen Vögel an einem Ort vertreibt, suchen sie sich neue Brutplätze in der Stadt und erschließen sie sich dort weitere Nahrungsquellen. Meist steigt ihre Zahl dann auch an. Es gibt deshalb nur drei Möglichkeiten, eine Ausweitung der Bargteheider Krähenplage so weit wie möglich zu verhindern. Zum einen dürfen auf dem Grundstück der Ursprungskolonie an den Stücken nicht noch mehr Bäume gefällt werden. Stattdessen sollte die gesamte Kolonie unter wirksamen Schutz gestellt und das Gelände wieder aufgeforstet werden. Die WfB lehnt jedenfalls eine zusätzliche Bebauung auf diesem Grundstück ab, weil die Gefahr weiterer Kolonienbildungen im Stadtgebiet mit jedem gefällten Brutbaum wächst. Es kann auch passieren, dass die Krähen in der Bauphase durch den Baulärm ganz von dort vertrieben werden und sich im Stadtgebiet verteilen.
Zweitens muss das Nahrungsangebot verknappt werden. Die teilweise überquellenden Papierkörbe überall im Ort könnten durch krähensichere Modelle ersetzt werden, besonders im Bereich der Schulen. Und drittens zeigt die Erfahrung im Raum Plön, dass Krähen abwandern, wenn sie sich durch den Uhu bedroht fühlen.
Die mit Abstand einfachste Maßnahme wäre gewesen, die Krähenkolonie an den Stücken erst gar nicht zu stören. Jetzt kann man nur noch versuchen, weitere Schäden zu verhindern. Dabei müssen Baulandinteressen auf dem betroffenen Grundstück im Interesse aller Bürger auch mal zurückgestellt werden.
Norbert Muras 22. Juni 2011
Wanderklassen
Es gibt wenige Begriffe im Bereich der Schulplanung, die so negativ besetzt sind wie das Wort „Wanderklasse“. Vandalismus, Konflikte mit Stammklassen, Planungsprobleme, zu kurze Pausen wegen der Raumwechsel, keine Aufbewahrungsmöglichkeit für Bücher – die Liste der behaupteten und tatsächlichen Probleme ist lang. Deshalb ist es für Schüler und Lehrer natürlich einfacher, wenn jede Klasse einen festen Klassenraum hat.
Einfacher ja, aber auch notwendig? In der Grundstufe sicher, aber doch nicht in der Oberstufe. Bis vor kurzem wurde in allen Oberstufen im Kurssystem unterrichtet. Die Klassenverbände waren aufgehoben. Es gab keine Stammklassen mehr, weil die Kurse jeweils unterschiedlich zusammengesetzt waren. Ernsthafte Probleme? Keine!
Vor diesem Hintergrund muss bei den anstehenden Schulplanungen sorgfältig geprüft werden, ob die Stadt Bargteheide es sich leisten kann, so viele Klassenräume zu bauen, dass jede Oberstufenklasse aller drei betroffenen Schulen einen eigenen Theorieraum bekommt – der dann zu mehr als 40% der möglichen Unterrichtszeit leer steht. Der Bau eines zusätzlichen Klassenraumes kostet ca. 100.000 Euro. Er muss ausgestattet und jahrzehntelang geheizt und gereinigt werden. An allen betroffenen Schulen zusammen würden kurzfristig zusätzliche Investitionen von mehr als einer Millionen Euro anfallen, nur um die Beibehaltung des Klassenraumprinzips zu gewährleisten. Die erheblichen Folgekosten über Jahrzehnte kämen hinzu.
Muss das sein? Sind das wirklich unvermeidbare Kosten? Oder kann man es den Lehrkräften zumuten, dass sie die Klassen dazu bringen, die Räume sauber zu hinterlassen? Kann man die Pausen verlängern, damit, wenn nötig, der Weg zum nächsten Theorieraum zurückgelegt werden kann? Ich meine ja. Den Schülern und der Schule entsteht kein Schaden, wenn alle Oberstufenklassen einer Schule die Theorieräume abwechselnd benutzen. Das ist bewiesen.
Ich muss gestehen, dass ich die ganze Diskussion um die Wanderklassen nicht wirklich verstehe. Meine Kinder haben das Kurssystem kennen gelernt. Ich war Elternvertreter und erinnere mich nicht an Beschwerden wegen der Raumwechsel. Seit über dreißig Jahren unterrichte ich an einer Hamburger Berufsschule mit Schülern, die sich überwiegend in der Altersklasse einer Oberstufe befinden. Wir haben praktisch nur „Wanderklassen“, ohne dass die Ausbildung oder die Sauberkeit der Räume darunter über Gebühr leiden. Schülerarbeiten werden auf den Fluren ausgestellt. Die Ausnutzung der Theorieräume und der Fachräume liegt bei 70 bis 80 Prozent. Das muss man in den Bargteheider Oberstufen auch erwarten können.
Nur wenn ernsthaft versucht wurde, mit den jetzt vorhandenen Raumkapazitäten auszukommen, kann über Erweiterungen gesprochen werden. Sofern deren Notwendigkeit dann von den Schulen nachgewiesen wird, werden wir sie unterstützen. Das tun wir schon jetzt bei den begründeten Erweiterungswünschen für Kantinen und Lehrerzimmer. Alles andere gibt der Etat einfach nicht her.
Norbert Muras, 25. Mai 2011
Wohnruhe und Werterhalt
Diesmal sind es die Anlieger der Straße „Am Steinkreuz“, die sich gegen eine potenzielle Verschlechterung ihrer Wohnsituation wehren. Sie lehnen den Umbau ihrer Wohnstraße von einem verkehrsberuhigten Bereich zu einer Tempo-30-Zone ab. Man ist geneigt, das für stark übertrieben zu halten, angesichts vieler lärmgeplagter Bargteheider, die gern eine Tempo-30-Zone vor ihrer Haustür hätten. Aus der Lage der Straße „Am Steinkreuz“ wird aber deutlich, was die Anlieger wirklich umtreibt. Sie wollen verhindern, dass Teile des Verkehrs aus der überlasteten Rathausstraße in ihre bisher ruhige Wohnumgebung umgelenkt werden können.
Zu Recht fordern die Anlieger von den Stadtvertretern, sich bezüglich der Straßenfläche an das zu halten, was vor ca. sechzehn Jahren im Bebauungsplan festgeschrieben wurde. Mit dem Plan für ein Neubaugebiet gibt die Gemeinde quasi ein Versprechen ab, nämlich die amtliche Beschreibung einer bestimmten Wohnumgebung, Bebauung und Verkehrsbelastung. Daran haben sich künftige Gemeindevertretungen zu halten. Man kann den Kuchen nicht essen und ihn behalten. Man kann nicht erst eine ruhige Wohnlage ausweisen und damit Grundstückskäufer anlocken, um diese später mit mehr Lärm und Abgasen oder einer abweichenden baulichen Nutzung belasten zu wollen.
In Bargteheide hat es schon mehrere Vorkommnisse dieser Art gegeben. Zu den bekanntesten gehörte die Aldi-Ansiedlung hinter der Bachstraße. Aus dem Widerstand dagegen ging die Wählergemeinschaft für Bargteheide hervor, weil viele Bürger sich nicht mehr nur von etablierten Parteien fremdbestimmen lassen wollten. Dann wurde aus der ruhigen Sackgasse Eckhorst grob rechtswidrig eine Verbindungsstraße zwischen zwei Bundesstraßen gemacht. Und vor kurzem sollte eine Biogasanlage zwischen dem Bargteheider Moor und vorhandenen Gewerbebetrieben entstehen. Jetzt ist es die Straße am Steinkreuz. Da stimmt doch was nicht!
Die Schuld an den Problemen hatten stets die jeweiligen Mehrheiten in der Stadtvertretung, die den Bürgern die Verschlechterung ihrer Wohn- oder Geschäftslage zumuten wollten. Es wird nun Zeit, dass in Teilen der Politik und der Verwaltung ein Umdenken stattfindet. Wenn man, um beim aktuellen Fall zu bleiben, am Steinkreuz eine Entlastungsstraße hätte bauen wollen, so wäre das Mitte der 90er Jahre leicht möglich gewesen. Und es war auch damals schon erkennbar notwendig. Jetzt ist es dafür zu spät. Heute wohnen dort Menschen, die ein Recht auf Vertrauensschutz haben. Der Wert der Grundstücke, die Wohnruhe und damit die Lebensqualität der Anlieger müssen erhalten bleiben, dort und auch anderswo.
Vor allem aber gilt es, das schon zu oft beschädigte Vertrauen in die Verlässlichkeit der städtischen Planungen wiederherzustellen. Die Pläne zum Umbau der Straße am Steinkreuz helfen uns dabei nicht weiter.
Norbert Muras, 27. 4. 2011
Bäume für den Klimaschutz Ein Beitrag zum Bargteheider Klimaschutzkonzept
Als globale Erwärmung bezeichnet man den in den vergangenen Jahrzehnten beobachteten Anstieg der Durchschnittstemperatur der erdnahen Atmosphäre. Verursacher ist u.a. das Kohlendioxid (CO2), das durch die Verbrennung von fossilen Brennstoffen (z.B. Kohle, Erdöl) entsteht. Die Auswirkungen sind neben der globalen Erwärmung allgemein bekannt:
- Anstieg des Meeresspiegels
- Gletscherschmelze
- Überschwemmungen
- Hochwasser
- Versauerung der Ozeane
- Negative wirtschaftliche Auswirkungen.
Auch in Bargteheide ist diese Problematik längst angekommen und findet mit der Diskussion um die geplante, aber nicht verwirklichte Erstellung einer Biogasanlage und eines Klimaschutzkonzeptes große öffentliche Aufmerksamkeit.
Dabei werden u.a. folgende Möglichkeiten diskutiert:
- Erstellung einer Biogasanlage aus Maisanbau
- Fotovoltaikdächer
- Reduzierung des Verkehrs
- Isolierung von Häusern
Im Jahr des „Internationalen Jahres der Wälder 2011“ wundert sich die WFB allerdings, dass man in der Stadt Bargteheide über die Schaffung von Grünflächen/Waldflächen nicht nachdenkt. Dabei müsste doch allen bekannt sein , dass ein Baum eine einzigartige chemische Fabrik ist: Er produziert Sauerstoff und entzieht der Luft Kohlendioxid (CO2). Wir haben vergessen, dass der gesamte Luftsauerstoff von Pflanzen stammt und von ihnen ergänzt wird und dass der Wald ein einzigartiger Speicher von CO2 ist.
Bundespräsident Christian Wulff sagte zur Eröffnung des Internationalen Jahres der Wälder 2011:“ Wälder liefern Rohstoffe und leisten Umweltdienste, die gar nicht oder nur mit höchstem technischen Aufwand durch menschengemachte Technologie ersetzbar wären.“
Was passiert nun in Bargteheide?
- In B-Plänen, die nach §13 BauGB aufgestellt werden, dürfen und werden Bäume, die einer Bebauung im Wege stehen, gefällt. Sie werden nicht ersetzt, weil das BauGB sowas nicht fordert.
- Die CDU-Mehrheit hat eine Baumschutzsatzung wieder abgeschafft.
- Alte Bäume werden gefällt, weil man durch Bebauung das Wurzelwerk zerstört hat (geschehen 2010 im Struhbarg ).
- Wegen des Schulerweiterungsbaus im Schulzentrum hat man wertvolles Stadtgrün vernichtet und nicht ersetzt.
- Am Steinkreuz ist ein ganzes Wäldchen verschwunden, um das Gelände zu bebauen, für den Klimaschutz und das Stadtklima unverantwortlich.
- An der Lauenburger Straße sind in 2010 14 Bäume gefällt aber nicht ersetzt worden.
Die WFB ist der Meinung, dass es höchste Zeit ist, als Beitrag zur ökologischen und klimagerechten Stadtentwicklung folgende Maßnahmen zu ergreifen:
- Freie, öffentliche Stadtflächen vor allem mit Bäumen und Büschen bepflanzen
- Aufforstung von Acker-und ungenutzten Gewerbeflächen
- Gefällte Bäume angemessen ersetzen. Beispiel: Eine 100-jährige Buche müsste durch 2000 Bäume mit einem Kronenvolumen von 1m³ ersetzt werden. Ansonsten dürfen sie nicht gefällt werden. (Als Antrag der WFB abgelehnt)
- Wiedereinführung einer Baumschutzsatzung
- Alten Baumbestand erhalten und dessen fachgerechte Pflege finanziell unterstützen
- Förderprogramm auflegen zur Pflege alter Bäume auch auf Privatgrundstücken
- Rückbau und Flächenentsiegelung von Gewerberuinen sowie Aufforstung dieser freiwerdenden Flächen.
Zur Einleitung der o.a. Aktionen lädt die WFB-Fraktion alle interessierten Bürgerinnen und Bürger zu einer Vortrags-und Diskussionsveranstaltung unter dem Titel „Bäume für den Klimaschutz“ herzlich ein. Sie findet statt am Montag, den 11.4.2011, von 18-19.30h im Ratssaal des Bargteheider Rathauses. Referent ist der Fachmann Reinhard Schulte von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein.
Für die WFB
Carsten Schröder
Eberhard Heim
In 12 Jahren zum Abitur
An beiden Bargteheider Gymnasien wird künftig nur noch die achtjährige Schuldauer bis zum Abitur angeboten (G8). Der Ausschuss für Jugend, Schule und Sport hat am 23. Februar den entsprechenden Beschluss mehrheitlich gefasst, nachdem das Kopernikus-Gymnasium und das Eckhorst-Gymnasium sich zuvor schon klar für diese Lösung ausgesprochen hatten. Die Gymnasialschülerinnen und -schüler machen dann also nach insgesamt 12 Jahren ihr Abitur, ein Jahr früher als die Gesamtschul-Absolventen.
Viele Eltern befürchten, dass dieses so genannte Turbo-Abi ihre Kinder überfordert, dass die „Spätentwickler“ durch die Straffung und Verkürzung des Unterrichtsstoffes zu wenig Zeit zum Lernen haben oder dass ihnen keine Freizeit mehr bleibt, weil sie nur noch für die Schule arbeiten müssen. In vielen Familien wird überlegt, ob man das eigene Kind nicht lieber gleich an der Gesamtschule anmelden soll, auch wenn es eine Gymnasialempfehlung hat.
In der WfB-Fraktion haben wir das Für und Wider einer acht- bzw. neunjährigen Gymnasialausbildung intensiv und teilweise auch kontrovers diskutiert. Ein Vorschlag ging dahin, an einem der beiden Gymnasium G9 anzubieten, damit die Eltern wählen können und die Gesamtschule nicht zahlenmäßig überlastet wird. Aber dann: nicht nur international, sondern sogar in Bayern funktioniert das Abitur nach 12 Schuljahren. Und viele Bargteheider Abiturienten waren in der Vergangenheit im dreizehnten Schuljahr nicht wirklich ausgelastet. „Löschig“ nennt man das wohl. Die Schulen haben sich inzwischen auf das G8-Modell eingerichtet. Eltern und Schüler kommen damit zurecht und die Lehrer können es pädagogisch vertreten. Ein ständiges Hin und Her zwischen G8 und G9 oder gar beide Möglichkeiten an einer Schule sind Ansätze, die wir gleich verworfen haben. Das führt zu Chaos.
Es bleibt aber eine gewisse Unsicherheit darüber, wie sich die Schülerzahlen an unseren beiden G8-Gymnasien einerseits und an der G9-Gesamtschule andererseits entwickeln werden. Im Grunde entscheiden letztlich die Eltern und ihre Kinder darüber, ob die jetzt gefassten G8-Beschlüsse richtig waren. Wenn die Gymnasien deshalb gemieden werden sollten und der Druck auf die Gesamtschule überproportional wächst, wird vielleicht neu zu beraten sein. Diese Entwicklung müssen wir zunächst abwarten.
Angesichts der reibungslosen Umsetzung des G8-Modells in anderen Bundesländern und der jahrzehntelangen Erfahrungen damit im Ausland ist zu erwarten, dass es auch bei uns funktioniert. Wir sollten deshalb dem Modell in Bargteheide eine Chance geben.
Norbert Muras, 11. März 2011
Parkpalette
Es ist schön, in Bargteheide zu leben. Hier wird dem Bürger viel geboten; es gibt Kindergärten, jede Schulart, Angebote für die Jugendlichen, die Volkshochschule, die Bücherei, kostenlose Parkplätze in der Innenstadt und ein breites Kulturangebot.
Um all dies finanzieren zu können ist es wichtig, dass wir möglichst lange schuldenfrei bleiben. Auch Bargteheide ist aber in den letzten beiden Jahren von starken Einnahmerückgängen betroffen. Es darf deshalb keine überflüssigen Ausgaben mehr geben. Die Einnahmen werden in den nächsten Jahren nicht wieder so ansteigen, dass der Haushaltsansatz von 2009 erreicht wird. Unser größtes Ziel sollte es deshalb sein, uns lieb aber auch teuer gewordenen Dinge zu erhalten. Weder bei Kindergärten, noch bei Schulen, der Bücherei, dem Freibad oder der Kultur kann viel eingespart werden. So kann man nur bei Neuanschaffungen den Rotstift ansetzen. Es geht nicht nur um hohe Anschaffungsbeträge, sondern jeder Neuerwerb führt auch zu Folgekosten.
Wir haben gerade das Stadtjubiläum gefeiert und man hatte dabei das Gefühl einer großen Gemeinsamkeit. Dazu passend wurde eine Stiftung gegründet, die auch in Not geratenen Bargteheidern schnell und unkonventionell helfen kann. In einer so guten Gemeinschaft sollte es doch gelingen, die kommenden schwierigen Zeiten zu bewältigen. Momentan sind wir in einer Entscheidungsphase.
Gegen die Stimmen der WfB wurde nun beschlossen, eine Parkpalette am Kreisel für mehrere hunderttausend Euro zu bauen. Richtig ist, dass es je nach Tageszeit einige Minuten in Anspruch nimmt, bis man einen Parkplatz in Geschäftsnähe gefunden hat. Soll man aber für mehr Parkplätze das Risiko eingehen, in den nächsten Jahren noch mehr Schulden machen zu müssen als ohnehin unvermeidlich ist? Es ist zwar im Haushalt 2010 ein Betrag für die Parkpalette vorgesehen, aber diese Ausgabe kann und muss verschoben werden, wenn es notwendig ist. Es wäre besser, auf der Ostseite der Bahn zusätzliche Parkplätze zu schaffen. Das kostet fast nichts, hilft den Pendlern und entlastet die Innenstadt.
Spätestens im Jahr 2012 werden wir um eine erhebliche Kreditaufnahme ohnehin nicht herum kommen. Beeinflussen können wir jetzt nur noch die Höhe.
Ich möchte noch mal betonen: die WfB begrüßt jede Verbesserung, die Bargteheide zu einer interessanten Stadt macht und die Bürger und Geschäfte unterstützt. Es sollte jedoch gut und mit Augenmaß bedacht sein, wofür wir Geld ausgeben.
Marion Luig-Wölffel
Markt, 25. KW 2010